Keitum 

Kirche St. Severin in Keitum


Keitum (friesisch: Kairem) ist einer der ältesten Orte der Insel Sylt und war über Jahrhunderte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihr Hauptort. Erst mit dem einsetzenden Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts verlor er nach und nach seine zentrale Bedeutung. Lediglich als Verwaltungssitz des Amts Landschaft Sylt ist ein Teil der Bedeutung heute noch präsent. Aber auch das Ende dieser Verwaltung ist absehbar – es gibt Bestrebungen zu einer einzigen insularen Verwaltung (Amtsmodell oder Stadt Sylt). In beiden Fällen würde wohl der Verwaltungssitz nach Westerland verlegt.

Typisch für Keitum sind die alten Kapitänshäuser. Sie zeugen vom Wohlstand der Sylter Kapitäne, die vorDas Wattenmeer bei Keitum. allem auf Hamburger, aber auch holländischen Schiffen fuhren. Nicht wenige befehligten Walfänger, die jedes Frühjahr auf ihren gefährlichen Weg ins Nordmeer aufbrachen. Markantes Bauwerk ist die alte St.-Severin-Kirche (ca. 1200); sie erhielt 1450 einen neuen Turm, der teilweise als Seezeichen und Gefängnis diente. Sie wurde 1544 evangelisch-lutherisch. Der Friedhof dieser Kirche ist bekannt für seine alten Grabplatten und -tafeln, auf denen sich viele alte Sylter Namen wiederfinden. Nahezu alle Angehörigen der großen Keitumer Seefahrer- und Kapitänsfamilien liegen hier begraben, aber auch Auswärtige wie Rudolf Augstein und Peter Suhrkamp ließen sich hier beisetzen.

Unweit des so genannten Grünen Kliffs zum Wattenmeer lag der alte Keitumer Hafen. Heute ist er längst versandet, nur noch das alte Haus des letzten Postschiffers Thomas Selmer mit seiner imposanten Freitreppe erinnert an diese Zeiten. Die hölzernen Hafenanlagen sind in den letzten hundert Jahren vollständig im Wattenboden verschwunden.

Keitum ist die Heimat des friesischen Freiheitskämpfers und Nationalhelden Uwe Jens Lornsen. Ihm ist in der Ortsmitte ein Denkmal gewidmet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das „Altfriesische Haus“ und das Heimatmuseum. Beide geben Einblicke in das Leben der Sylter vor Einsetzen des Tourismus.

Das Hünengrab Harhoog findet sich am Rande Keitums auf der Wattseite.

Quelle: Wikipedia.de 

 

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